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12 Tipps gegen Schimmel: Vorbeugung ist die beste Ursachenbekämpfung

1. Verändern Sie Ihre Heizgewohnheiten
Die relative Luftfeuchtigkeit in der Wohnung sollte 60% nicht übersteigen.
Die meisten Schimmelpilzarten gedeihen am besten bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 60% und darüber, sowie einer Temperatur von über 20C. Die Räume genügend heizen (ca. 20 Grad C), da die relative Luftfeuchtigkeit bei gleichem Feuchtegehalt, aber höherer Temperatur niedriger ist. Innentüren zwischen unterschiedlich beheizten Räumen geschlossen halten, damit die feuchte Luft nicht in den kühleren Raum transportiert wird und somit dort die relative Luftfeuchtigkeit erhöht wird.
Zur Messung kann ein normales Luftfeuchtemeßgerät (Hygrometer) eingesetzt werden. Sinnvoll sind 2 Messgeräte, eines in der Zimmermitte, eines an der betroffenen Wandstelle !
Gegebenenfalls kann von einem Profi mittels Infrarotthermometer die Oberflächentemperatur gemessen und mittels einer Taupunkttabelle die Mindesttemperatur eines Bauteils berechnet werden.

2. Verändern Sie Ihre Lüftungsgewohnheiten
2-4 mal täglich Frischluft, also Fenster für einige Minuten(5-1o Minuten) öffnen, sodass die feuchte Innenraumluft durch Frischluft ausgetauscht wird, wodurch die relative Luftfeuchtigkeit, speziell im Winter, stark sinkt. Falls Sie am Tage abwesend sind, empfiehlt sich morgens und abends in den Wohn- und Schlafräumen einen kompletten Luftwechsel durch Stoßlüften ((kurzzeitige weite Öffnung der Fenster und Türen) vorzunehmen. Die Kippstellung des Fensters lohnt nicht und führt bei dauerhaft gekipptem Fenster zur Energieverschwendung und kühlt das Bauteil zusätzlich stark herunter. Die Folge: Schimmel in der Fensterlaibung. Vermeiden Sie es, Einrichtungs- oder Einbaugegenstände direkt vor die Außenwände zu stellen, sondern lassen Sie mind. 10-20 cm Abstand für die Luftzirkulation. Küchentür beim Kochen geschlossen halten und Wasserdampf möglichst nach draußen leiten oder Dunstabzug einsetzen. Räume, die zum Trocknen der Wäsche genutzt werden, öfter lüften und die Tür geschlossen halten. Bad nach dem Duschen oder Baden sofort lüften. Während des Duschens die Tür geschlossen halten. Bad nach 1-2 Stunden nochmals lüften. Feuchtigkeit vom Duschen, Kochen, Aquarien, Pflanzen, Ein- und Ausatmen, Schwitzen sowie das fehlerhafte Lüftungsverhalten und immer dichtere Fenstern und Türen bei gleichzeitig keinem Austausch von Außen- und Innenluft, tragen dem Wachstum der Pilze bei.

3. Beheben Sie bauliche Mängel
Defekte Rohrleitungen, Mauerrisse, Außenputzschäden beheben. Gegebenfalls professionelle Hilfe einholen (Bausachverständiger)

4. Achten Sie auf genügend Abstand zwischen Wand und Schränken
Stellen Sie Ihre Schränke nicht zu dicht an Wände.

5. Vorsicht in bestimmten Bereichen mit Tapeten
Kleben Sie in hohe Feuchtigkeitsbereiche möglichst keine Tapeten (Küche, Badezimmer).

6. Bevorzugen Sie alkalische Mineralsilikatfarben, da diese durch den alkalischen pH-Wert wachstumsmindernd wirken und ein für Schimmelpilze schlechteres Nährstoffverhältnis als übliche Latexfarben haben. Ebenfalls Kalkfarbe und Kalkputze: sie zeigen pH-Werte von 10, wobei kein Schimmelpilz mehr wächst

7. Vermeiden Sie bitte Caseinfarbe in feuchten Bereichen. Trotz hohem alkalischem ph-Wert wird Casein als sehr gute Nährstoffquelle angesehen.

8. Biomüll liebt Schimmelpilz! Lagern Sie diesen bitte nie in der Wohnung!

9. Tauschen Sie verschimmelte Blumenerde aus!
Am besten Sie bedecken die Erde mit Vogelsand oder Tongranulat. Stellen Sie keine Blumen oder Töpfe in Schlafräumen auf.

10.Was Gefriergeräte betrifft:
Bei selbstabtauenden Gefriergeräten/Kühlschränken bitte beachten: Auffanggefäße wenn möglich immer wieder entleeren oder 2-3x pro Jahr mit 1 Eßl. Essigessenz durch das Abflussloch befüllen. Wischen Sie Ihre Kühlschränke möglichst 1-2 x pro Monat mit Essigessenz-Wasser aus.

11. Vermeiden Sie offene Aquarien.
Sie sind ideale Partner des Schimmelpilzes!

12. Ihre Gesundheit sollte es Ihnen wert sein!
Achtung: Bei Schimmelbildung klettert der Risikofaktor für Ihre Gesundheit noch oben. Denn das Ausbreiten von Schimmelpilzen erfolgt nach dem Lawinenprinzip: Es bilden sich Millionen ständig in der Luft zirkulierender Pilzsporen. Sie werden über die Raumluft vom Menschen aufgenommen. Erkrankungen der Atemwege, Asthma, Bronchitis und Rheuma sind neben allergischen Reaktionen die mögliche Folge. Gegebenenfalls sollte ein HEPA-Luftreiniger, der Allergene aus der Raumluft filtert, eingesetzt werden. Bei ungeklärten gesundheitlichen Problemen oder Allergien gegen bestimmte Schimmelpilzsporen (Cladosporium, Aspergillus, Penicillium etc.) sind professionelle Raumluftmessungen auf den Schimmelpilzsporengehalt sinnvoll.
Ebenfalls können Raumluftbefeuchter und der übliche Haushaltstaubsauger wahre Schimmelpilzsporenschleudern sein. Als Befeuchter ist lediglich der Beurer LB 15 von Ökotest für gut befunden worden. Der Staubsauger sollte einen HEPA-Filter und ein sehr dichtes Gehäuse besitzen. Testsieger bei Okötest war der Siemens Dynapower HEPA.

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